Zum Inhalt springen
Eine Gruppe von Menschen mit Sehbehinderungen steht auf einer sonnigen Straße neben zwei Bronzestatuen, hält weiße Blindenstöcke in den Händen und trägt legere Sommerkleidung.

Sommerausflug nach Emsdetten mit einer blindengerechten Stadtführung

Am Samstag, 11. Juli 2026, traf sich eine 20-köpfige Gruppe aus Mitgliedern des BSV Münster und Umgebung sowie sehenden Helfern am Hauptbahnhof Münster, um von dort aus mit dem Zug nach Emsdetten zu fahren, wo wir eine Stadtführung bekommen sollten.

 

Dort angekommen, passierten wir zunächst die Unterführung, um auf Innenstadtseite zu gelangen, wo wir auch schon freudig erwartet und mit einem Lächeln, von der bekannten Geschichtenerzählerin, Barbara Tillmann, begrüßt und in Empfang genommen wurden. 

Die farbige Plastik-Bedachung schützte uns vor den heißen Strahlen der Mittagssonne und tauchte den Schatten in gelbfarbenes Licht als wir begannen, Frau Tillmanns Stimme zu lauschen. Sie erwähnte kurz die besondere Herausforderung, für uns eine tastbare Stadtführung vorbereitet zu haben und erzählte uns, direkt vor Ort, auch schon die erste Kulturgeschichte zur Stadt.

Denn nur wenige Schritte weiter ragt auf einem Podest eine über lebensgroße, üppige Frauen-Figur, mit brauner Kurzhaarfrisur, sommerlich gekleidet, im knielangen, weißen, dalmatiner-gefleckten Kleid, inklusive schmalem, schwarzen Hüftgürtel, darüber eine geöffnete, nicht zugeknöpfte, hüftlange, rot gefärbte Jacke, in schwarzen, schlichten Sandalen und mit grauer Lederhandtasche in der linken, gerade nach unten hängenden Hand. Die restliche Pose: linker Fuß hinten, rechter Fuß vorn und der rechte Arm leicht nach hinten gestreckt, weißt darauf hin, dass die Frau, die ihren Blick geradeaus auf die Innenstadt richtet, sich im schwungvoll zügigen Gehschritt befindet. „Helga goes Shopping“ ist der Originalname, den die Künstlerin Christel Lechner ihrer Plastik gab, bevor sie im Jahr 2011 an die Stadt Emsdetten verkauft und zunächste mitten auf einer Kreisverkehrsinsel platziert wurde. Nachdem immer mehr Bürger diesen Standort kritisierten, auch aufgrund ihres Namens, gab die Stadt nach und die große Helga durfte, endlich zu aller Zufriedenheit, auf den Bahnhofsvorplatz umziehen.

 

Mit Anekdoten dieser Art, aber auch kulturgeschichtlichen Hintergründen zur früheren Lebens- und Arbeitsweise, durchquerten wir mit Frau Tillmann, in entspanntem Tempo, den Kern der Innenstadt und erhielten dazu die Möglichkeit, hier und da, Hausgemäuer und Figuren zu ertasten und fotografieren. 

 

Die letzte Station war dabei der riesige „Morgentau-Brunnen“ des Künstlers Walter Jaspers, der im Jahre 1988 nach einem seiner Entwürfe, dort erbaut wurde. Das Herzstück formt ein 18 Meter langes, blaues Metallgebilde, mit einem Gewicht von fünf Tonnen, an welches sieben gelochte Messingkelche, mit jeweils 3 Metern Durchmesser, angebunden sind. Der Künstler wollte damit eine monumentale Blume, mit langgestrecktem Zweig und sieben tellerartigen Kelchblättern darstellen.

 

Nachdem wir die verschiedenen Teile ertastet hatten, bedankten wir uns bei Frau Tillmann, für die gelungene Führung und verabschiedeten sie.  Gemeinsam als Gruppe kehrten wir noch bei Bäckerei Schrunz ein, die sich direkt neben dem Brunnen befindet und ließen den schönen Ausflug, mit netten Gesprächen, zu leckerem Kaffee und Kuchen ausklingen, bevor wir wieder zum Bahnhof gingen und zurück nach Münster fuhren.

Blinden- und Sehbehindertenverein Münster und Umgebung
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von Ihnen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für Sie am interessantesten und nützlichsten sind.