Sommerzeit ist Ausflugszeit!
Was gibt es schöneres als an einem strahlenden Sommertag etwas mit Freunden zu unternehmen?
Gemeinsam gehen wir auf Entdeckungstour und werden zahlreiche interessante Ausflugsziele erkunden. Dazu bietet sich unser wunderbares Münsterland mit seiner teils historischen Umgebung bestens an. Die spannenden und ausführlichen Erklärungen unserer blinden und sehbehindertengerechten Führungen werden häufig durch haptische Eindrücke, also durch Tastobjekte, deutlich erfahrbarer und somit zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Nach einem intensiven Bildungsprogramm sollte das leibliche Wohl auch nicht zu kurz kommen. Als Abschluss eines jeden Ausflugs bietet unsere beliebte Einkehr, der zumeist fröhlichen Gesellschaft, umfassend Gelegenheit zur Stärkung mit angenehmer Plauderei bei Tisch.
2026
Sommerausflug nach Emsdetten mit einer blindengerechten Stadtführung
Am Samstag, 11. Juli 2026, traf sich eine 20-köpfige Gruppe aus Mitgliedern des BSV Münster und Umgebung sowie sehenden Helfern am Hauptbahnhof Münster, um von dort aus mit dem Zug nach Emsdetten zu fahren, wo wir eine Stadtführung bekommen sollten.
Dort angekommen, passierten wir zunächst die Unterführung, um auf Innenstadtseite zu gelangen, wo wir auch schon freudig erwartet und mit einem Lächeln, von der bekannten Geschichtenerzählerin, Barbara Tillmann, begrüßt und in Empfang genommen wurden.
Die farbige Plastik-Bedachung schützte uns vor den heißen Strahlen der Mittagssonne und tauchte den Schatten in gelbfarbenes Licht als wir begannen, Frau Tillmanns Stimme zu lauschen. Sie erwähnte kurz die besondere Herausforderung, für uns eine tastbare Stadtführung vorbereitet zu haben und erzählte uns, direkt vor Ort, auch schon die erste Kulturgeschichte zur Stadt.
Denn nur wenige Schritte weiter ragt auf einem Podest eine über lebensgroße, üppige Frauen-Figur, mit brauner Kurzhaarfrisur, sommerlich gekleidet, im knielangen, weißen, dalmatiner-gefleckten Kleid, inklusive schmalem, schwarzen Hüftgürtel, darüber eine geöffnete, nicht zugeknöpfte, hüftlange, rot gefärbte Jacke, in schwarzen, schlichten Sandalen und mit grauer Lederhandtasche in der linken, gerade nach unten hängenden Hand. Die restliche Pose: linker Fuß hinten, rechter Fuß vorn und der rechte Arm leicht nach hinten gestreckt, weißt darauf hin, dass die Frau, die ihren Blick geradeaus auf die Innenstadt richtet, sich im schwungvoll zügigen Gehschritt befindet. „Helga goes Shopping“ ist der Originalname, den die Künstlerin Christel Lechner ihrer Plastik gab, bevor sie im Jahr 2011 an die Stadt Emsdetten verkauft und zunächste mitten auf einer Kreisverkehrsinsel platziert wurde. Nachdem immer mehr Bürger diesen Standort kritisierten, auch aufgrund ihres Namens, gab die Stadt nach und die große Helga durfte, endlich zu aller Zufriedenheit, auf den Bahnhofsvorplatz umziehen.
Mit Anekdoten dieser Art, aber auch kulturgeschichtlichen Hintergründen zur früheren Lebens- und Arbeitsweise, durchquerten wir mit Frau Tillmann, in entspanntem Tempo, den Kern der Innenstadt und erhielten dazu die Möglichkeit, hier und da, Hausgemäuer und Figuren zu ertasten und fotografieren.
Die letzte Station war dabei der riesige „Morgentau-Brunnen“ des Künstlers Walter Jaspers, der im Jahre 1988 nach einem seiner Entwürfe, dort erbaut wurde. Das Herzstück formt ein 18 Meter langes, blaues Metallgebilde, mit einem Gewicht von fünf Tonnen, an welches sieben gelochte Messingkelche, mit jeweils 3 Metern Durchmesser, angebunden sind. Der Künstler wollte damit eine monumentale Blume, mit langgestrecktem Zweig und sieben tellerartigen Kelchblättern darstellen.
Nachdem wir die verschiedenen Teile ertastet hatten, bedankten wir uns bei Frau Tillmann, für die gelungene Führung und verabschiedeten sie. Gemeinsam als Gruppe kehrten wir noch bei Bäckerei Schrunz ein, die sich direkt neben dem Brunnen befindet und ließen den schönen Ausflug, mit netten Gesprächen, zu leckerem Kaffee und Kuchen ausklingen, bevor wir wieder zum Bahnhof gingen und zurück nach Münster fuhren.
2025
Sonne, Sehenswürdigkeiten und Sahneeis
Am 12. Juli versammelten sich 40 Personen aus der Bezirksgruppe Münster und Umgebung am Hauptbahnhof Münster – mit guter Laune und Vorfreude im Gepäck. Bald darauf hieß es: „Bitte einsteigen!“ in einen knallroten, offenen Doppeldecker – den berühmten Münsterbus. Frisch durchgelüftet und mit Wind in den Haaren (manchmal auch Zweige herabhängender Bäume) ging es vorbei an Münsteraner Highlights wie dem Aasee, dem hippen Kuhviertel und der historischen Altstadt.
Unser Gästeführer – ein echtes Original mit trockenem Humor – versorgte uns nicht nur mit charmanten Anekdoten, sondern auch mit allerhand launigen Details aus der bewegten Geschichte Münsters: von der wilden Zeit der Wiedertäufer (frei nach dem Motto „freie Liebe, freies Münster, aber bloß keine Ordnung!“) bis hin zu den studentischen Gewohnheiten der Neuzeit. Ob Hanse, Hörsäle oder halbnackte Revolutionäre auf dem Prinzipalmarkt – unser Guide hatte für jedes Jahrhundert etwas parat,
Am Domplatz legten wir einen Stopp ein: Dort konnten die Teilnehmenden das kunstvolle Bronzerelief der Altstadt ertasten – zumindest diejenigen, die nicht direkt dem Duft von Reibeplätzchen auf dem Wochenmarkt gefolgt waren. Manche fanden: Wenn man Münster schon fühlen kann, dann am besten mit knuspriger Kartoffel und Apfelmus.
Der Tag endete, wie alle guten Tage enden sollten: Mit einem großen Eisbecher oder einem schönen Stück Kuchen in einem gemütlichen Eiscafé, begleitet von Lachen, Geschichten und der Erkenntnis, dass Münster nicht nur schön klingt – sondern auch richtig gut schmeckt. Und das Wetter? Postkarten-perfekt – so wie die Stimmung.